Wild In The Country

 

Im Juni 1961 bringt 20th Century Fox den Film Wild In The Country in die Kinos. Aus dem Verleih nimmt das Studio 2,5 Millionen US-Dollar ein, was auf einen Umsatz von etwa 5 Millionen US-Dollar schließen lässt. In der Gegenwart läge das Einspielergebnis also bei 65 Millionen, das Studio hätte 33 Millionen kassiert.

Damit ist der Film alles andere als erfolglos, aber von den Umsätzen der übrigen Elvis-Filme ist Wild In The Country ebenso weit entfernt wie Flaming Star. Weil der Film überdies auf dem Heimatmarkt nicht einmal seine Produktionskosten einspielte, verzichtete 20th Century Fox auf weitere Engagements des Kings.

Ab dem ersten September ist das musikalische Drama auch in Deutschland zu sehen, hier trägt es den Titel Lied Des Rebellen.

 

Handlung

Nachdem ihn sein hitziges Temperament in Schwierigkeiten gebracht hat, soll Glenn Tyler künftig fernab seines überforderten Vaters bei seinem Onkel leben und wöchentlich einen Therapeuten aufsuchen. Dieser ist weiblich, heißt Irene Sperry und entdeckt Glenns schriftstellerisches Talent.

 

Stab

Jerry Wald (Produzent), Philip Dunne (Regie), Clifford Odets (Drehbuch, nach dem Roman The Lost Country von J.R. Salamanca), Kenyon Hopkins (Musik), William C. Mellor (Kamera), Dorothy Spencer (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Glenn Tyler), Hope Lange (Irene Sperry), Tuesday Weld (Noreen Braxton), Millie Perkins (Betty Lee Parsons), Rafer Johnson (Davis), John Ireland (Phil Macy), Gary Lockwood (Cliff Macy) und William Mims (Onkel Rolfe Braxton). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Rainer Brandt. 

 

Produktion

Nur wenige Wochen nach dem Ende der Produktion von Flaming Star begann 20th Century Fox am 11. November 1960 bereits das nächste Film-Projekt mit dem King. Bis zum 18. Januar 1961 drehte man in St. Helena, im Napa Valley, an der University Of California und natürlich auf dem Fox-Studiogelände in Los Angeles. Für die Mitwirkung in Wild In The Country erhielt Elvis 250.000 US-Dollar. Das Gesamtbudget betrug etwa 2,9 Millionen US-Dollar.

Abzüglich der Gage des Kings kostete der Film damals 2,65 Millionen, käme heute inflationsbereinigt also auf ein Budget von ca. 24 Millionen USD. Weil der King gemäß dem Faktor 13 eine Gage von 3,25 Millionen bekommen hätte, müsste 20th Century Fox heute etwa 27 Millionen für das Projekt einplanen. Somit hätte der Film in der Gegenwart, weil die Eintrittspreise überdurchschnittlich erhöht wurden, heute vielleicht sogar schon auf dem Heimatmarkt einen kleinen Gewinn erwirtschaftet.

Obwohl es sich prinzipiell um einen ernsthaften Film handelt, mochte 20th Century Fox nicht ganz auf musikalische Einlagen verzichten und ließ Elvis neben dem Titelsong auch In My Way, Husky Dusky Day und I Slipped, I Stumbled, I Fell singen.

Gerade der letzte Titel wirkt völlig deplatziert. Glenn Tyler (Elvis) fährt in einem Auto und stellt das Radio an. Dort läuft gerade eine Instrumentalversion des Liedes, zu der er nun singt. In einem Musical a' la G.I. Blues wäre eine solche Szene völlig in Ordnung, in einem dramatischen Film, der vom Publikum ernst genommen werden soll, sind sie jedoch fehl am Platz.

In der Presse kam Wild In The Country nicht sonderlich gut weg. Variety hielt den Streifen für substanzlos und die Geschichte für wackelig, die New York Times schrieb von einer Verzerrung sozialer Realitäten und die österreichische Filmschau nannte das Werk einen mit Psychoanalyse verbrämten Schlagerfilm. Dem King selbst wurden darstellerische Rückschritte bescheinigt.

 

Soundtrack

Im Februar 1961 brachte RCA Victor zunächst Lonely Man auf der B-Seite der Single Surrender heraus, im Mai folgte der Titelsong des Spielfilms auf der B-Seite von I Feel So Bad. Insgesamt verkauften sich die beiden Tonträger 8,5 Millionen Mal.

Die restlichen Songs verteilte das Label später auf den LPs Something For Everybody (1961) und Elvis For Everyone! (1965). Ein zusammenhängender Soundtrack wurde im Jahr 2009 von dem Sammler-Label Follow That Dream Records veröffentlicht. Neben den bekannten Masters waren hier auch Outtakes zu hören.

Zu den Details der Soundtrack-Veröffentlichung gelangt ihr über die Cover.

 

Home Entertainment

Nach mehreren Auflagen im VHS- und DVD-Format erscheint der Film im August 2018 auch in HD-Qualität als BluRay.

Über das Cover gelangt ihr auch hier zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Die Gesangseinlagen wirken deplatziert und Elvis' Spiel erscheint nicht so glaubwürdig wie in King Creole und Flaming Star.

 

Soweit bekannt liegen die Bildrechte an den Plakaten bei 20th Century Fox, am BluRay-Cover bei Koch Media und an den Schallplatten-Covern bei RCA Victor bzw. Follow That Dream Records / Sony Music Entertainment.