Flaming Star

 

Obwohl die Premiere von G.I. Blues erst vier Wochen zurückliegt und das Musical die Zuschauer noch immer in großer Zahl in die Kinos lockt, lässt 20th Century Fox am 20. Dezember 1960 Flaming Star anlaufen. In der Hitliste von Variety landet der Film auf Rang 12 und erwirtschaftet Verleihgebühren von zwei Millionen US-Dollar. An den Kinokassen wurden also etwa vier Millionen USD umgesetzt. Da sich die Eintrittspreise inzwischen verdreizehnfacht haben, hätte Flaming Star heute etwa 52 Millionen eingebracht und für das Studio 26 Millionen erwirtschaftet.

Damit liegt der Western in den Charts 10 Plätze hinter G.I. Blues und auch das Einspielergebnis beläuft sich nur auf die Hälfte der Konkurrenz.

Anno 2016 wird dem King posthum von den Reel Cowboys für seine Western-Filme Love Me Tender (1956), Flaming Star (1960) und Charro! (1969) der Silver Spur Award verliehen.

Das deutsche Kinopublikum bekommt Flaming Star ab dem 17. März 1961 zu sehen. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Filmen wird der Titel diesmal originalgetreu übersetzt und das Werk Flammender Stern genannt.

Handlung

Als sich die Kiowa-Indiana unter der Führung ihres neuen Häuptlings Büffelhorn an den weißen Siedlern für den Raub ihres Landes rächen, gerät Pacer Burton, Sohn des weißen Farmers Sam und seiner indianischen Frau Neddy, zwischen die Fronten. Die Dorfgemeinschaft misstraut ihm zusehends, doch auch von Büffelhorn will sich Pacer nicht rekrutieren lassen.

 

Stab

David Weisbart (Produzent), Don Siegel (Regie), Nunnally Johnson und Clair Huffaker (Drehbuch, nach dem Roman Flaming Lance von Clair Huffaker), Cyril J. Mockridge (Musik), Charles G. Clarke (Kamera), Hugh S. Fowler (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Pacer Burton), Steve Forrest (Clint Burton), Barbara Eden (Roslyn Pierce), Dolores del Rio (Neddy Burton), John McIntire (Sam Burton) und Rodolfo Acosta (Häuptling Büffelhorn). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Rainer Brandt.

 

Produktion

Bereits 1958 hatte 20th Century Fox die Rechte an dem Roman Flaming Lance erworben und plante eine Verfilmung mit Marlon Brando und Frank Sinatra in den Rollen der Brüder Pacer und Clint Burton. Als die Verhandlungen im Sande verliefen, schwenkte man auf Montgomery Clift und Rock Hudson um, doch auch mit diesen beiden Herren kam kein Vertrag zustande. Schlussendlich wurde der deutlich weniger bekannte Steve Forrest für die Rolle des Clint Burton verpflichtet, während die Figur des Pacer zunächst unbesetzt blieb.

Auch die Fertigstellung des Drehbuches verzögerte die Produktion, denn entgegen allen Planungen benötigten Clair Huffaker (der Autor des Romans) und Nunnally Johnson dreißig Wochen für das endgültige Script.

Bei der Suche nach einem kommerziell zugkräftigen Hauptdarsteller besann man sich bei 20th Century Fox auf die im Rahmen der Produktion des Spielfilms Love Me Tender (1956) ausgehandelte Option, Elvis Presley in zwei weiteren Film-Projekten einsetzen zu dürfen. Ursprünglich waren Gagen von $ 150.000 für den ersten und $ 200.000 für den zweiten Film vorgesehen gewesen, doch Colonel Parker hatte im Jahre 1958 erneut mit dem Studio verhandelt und eine Erhöhung um jeweils $ 50.000 herausgeschlagen. Gemäß der Gagenentwickung hätte Elvis für Flaming Star heute also etwa 2,6 Millionen USD kassiert.

Elvis selbst zeigte sich von dem Western-Projekt sehr angetan, entsprach ein solcher Film doch viel mehr seinen Vorstellungen als das leichtgewichtige Musical G.I. Blues.

Gedreht wurde vom 16. August bis zum 4. Oktober 1960 in den Städten Delle, Lonerock und Thousand Oaks sowie auf der Janss Conejo Ranch und im Skull Valley. Die übrigen Aufnahmen entstanden auf dem Studiogelände von 20th Century Fox in Hollywood.

Das Originalplakat führt den potenziellen Filmbesucher in die Irre, denn grundsätzlich ist Flaming Star ein Ensemble-Stück und die von Elvis gespielte Figur des Pacer Burton keinesfalls handlungsbestimmend. Auch die Abbildung des Kings mit einer Gitarre ist nichts als ein pures Lockmittel, denn gesungen wird wahrlich nicht viel.

Neben dem Titelsong wurden auch die Lieder A Cane And High Starched Collar, Britches und Summer Kisses, Winter Tears gefilmt. Schlussendlich schnitt man aber die beiden letztgenannten Songs wieder heraus, da bei den entsprechenden Szenen während einer Testvorführung teilweise Gelächter ausgebrochen war.

 Das Budget der Produktion lag übrigens bei 1,7 Millionen US-Dollar.

Soundtrack

Einen echten Soundtrack veröffentlichte RCA Victor nicht. Die Lieder Flaming Star und Summer Kisses, Winter Tears fanden sich aber Anfang 1961 auf der EP Elvis By Request, A Cane And High Starched Collar wurde 1976 auf dem Album Elvis - A Legendary Performer - Volume 2 herausgebracht und Britches erschien 1978 posthum auf der LP Elvis - A Legendary Performer - Volume 3. Ein vollständiger Soundtrack wurde erst 2014 durch das Sammler-Label Follow That Dream Records veröffentlicht.

Weil nur die EP Elvis By Request tatsächlich mit dem Film im Zusammenhang steht, möchte ich mich auf die Vorstellung dieser Veröffentlichung und die 2014er Soundtrack-CD beschränken. Details dazu findet ihr wie immer über die Cover.

 

Home Entertainment

Anno 2012 bringt 20th Century Fox eine DVD-Serie mit allen Filmen auf den Markt, die der King seinerzeit für das eigene Studio und die inzwischen übernommenen Firmen Mirisch und United Artists gedreht hat. In den USA und Europa ist auch eine HD-Fassung im BluRay-Format erschienen. Hier ist allerdings keine deutsche Tonspur verfügbar.

Über das Cover kommt ihr auch hier zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Der Film ist solide gemacht und Elvis liefert eine ordentliche Performance. Das Publikum wollte den King aber lieber in Musicals sehen und auch die selbstgemachte Konkurrenz mit G.I. Blues dürfte dem kommerziellen Erfolg massiv geschadet haben.

Soweit bekannt liegen die Bildrechte an den Plakaten und am DVD-Cover bei 20th Century Fox und an den Schallplatten-Covern bei RCA Victor bzw. Follow That Dream Records / Sony Music Entertainment.