Change Of Habit

(Ein Himmlischer Schwindel)

Im November 1969 lässt Universal den Film Change Of Habit  in den US-Kinos anlaufen.

Obwohl die Premiere von The Trouble With Girls (And How To Get Into It)  erst zwei Monate zurückliegt, schlägt sich Change Of Habit  kommerziell sogar besser und platziert sich auf der wöchentlichen Kinohitparade von Variety auf Rang 17.

In Deutschland ist der Streifen nicht in den Lichtspielhäusern zu sehen, die hiesigen Fans müssen die TV-Premiere am 1. Februar 1985 abwarten.

 

Handlung

Der junge Arzt Dr. John Carpenter betreibt seine Praxis in einem Problemviertel der Stadt. Als er zur Unterstützung eine Krankenschwester anfordert, werden ihm drei Damen geschickt, bei denen es sich allerdings um Ordensschwestern handelt, die im Rahmen eines Kirchenprojektes "undercover" Hilfe leisten sollen. Dabei kommen sie auch mit Gewalt, Drogen und vielen anderen Problemen des heruntergekommenen Stadtteils in Berührung.

Die Situation verkompliziert sich, als Dr. Carpenter, der nicht ahnt, dass es sich bei seinen drei Krankenschwestern um Nonnen in zivil handelt, und Schwester Michelle Gefühle für einander entwickeln.

 

Stab

Joe Connelly (Produzent), William Graham (Regie), James Lee, S. S. Schweitzer und Eric Bercovici (Drehbuch, nach einer Vorlage von John Joseph und Richard Morris), William Goldenberg (Musik), Russell Metty (Kamera), Douglas Stewart (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Dr. John Carpenter), Mary Tyler Moore (Schwester Michelle), Barbara McNair (Schwester Irene), Jane Elliot (Schwester Barbara), Leora Dana (Mutter Joseph), Lorena Kirk (Amanda) und Nefti Millet (Julio Hernandez). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Peter Kirchberger.

 

Produktion

Angekündigt wurde Change Of Habit  bereits 1967. Im Oktober des folgenden Jahres unterzeichnete Mary Tyler Moore für die Rolle der Schwester Michelle und es wäre wohl ihr Film geworden, wenn man bei Universal nicht die Idee gehabt hätte, die Figur des Dr. John Carpenter mit Elvis Presley zu besetzen.

Die vertragliche Grundlage bildete eine Vereinbarung zwischen dem King und NBC-Universal vom Januar 1968, gemäß der sich Elvis zur Mitwirkung in einem TV-Special und einem Spielfilm verpflichtete. Die Fernsehshow hatte der Sänger bereits im Juni abgedreht, den Film hingegen war er bis dato schuldig geblieben.

Inhaltlich wartet der Streifen mit so ziemlich jedem Problem auf, das man sich im Amerika der ausgehenden 1960er Jahre vorstellen kann. Bürgerrechte, soziale Unruhen, Abtreibungen, Gewalt und Drogen - kein Thema wird ausgelassen, aber leider auch keines wirklich vertieft. Zudem entschied man sich bei Universal dazu, den an sich ernst gemeinten Film mit einigen Musiknummern anzureichern und damit weiter zu seiner Unglaubwürdigkeit beizutragen.

Dass Elvis während des Vorspanns das Titellied singt, ist vollkommen in Ordnung und notfalls würde ich mir auch noch die Darbietung von Let Us Pray  während eines Gottesdienstes gefallen lasen. Die Party-Sequenz mit Rubberneckin'  oder das auf einem Kinderkarussell geschmetterte Have A Happy  haben in einem solchen Film jedoch nichts zu suchen.

Elvis' Leistung als Schauspieler würde ich prinzipiell als akzeptabel bezeichnen, wie aber schon in King Creole  (1958) oder Flaming Star  (1960) hätten hauptberufliche Mimen vermutlich mehr aus der Rolle herausgeholt.

 

Soundtrack

Ende November 1969 brachte RCA Victor Rubberneckin'  auf der B-Seite der Single Don't Cry Daddy  auf den Markt. Die übrigen Songs werden in den folgenden beiden Jahren auf die Budget-Alben Let's Be Friends, Almost In Love  und You'll Never Walk Alone  verteilt.

Im Jahr 2003 veröffentlichte Paul Oakenfold einen ReMix von Rubberneckin', der in einigen europäischen Ländern zum Top10-Hit avancierte.

Über die Cover gelangen Sie zu den Reviews der beiden Tonträger.

 

Home Entertainment

Im Jahr 2011 bringt KOCH MEDIA eine DVD-Ausgabe von Change Of Habit  auf den Markt.

Auch hier gelangen Sie über das Cover zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Die Story wirkt ein bisschen zu konstruiert und auch die Gesangseinlagen tragen nicht gerade zur Glaubwürdigkeit des Films bei. Schauspielerisch agiert der King passabel, insgesamt ist der Streifen in Ordnung.