The Trouble With Girls (And How To Get Into It)

(Immer Aerger Mit Den Maedchen)

Nur wenige Tage nach dem Ende von Elvis' vielbeachtetem Bühnen-Comeback in Las Vegas bringt MGM am 3. September 1969 den Film The Trouble With Girls (And How To Get Into It)  in die Kinos.

Zwar kündigt das Studio den Streifen vollmundig als Elvis '69  an, zeigt ihn schlussendlich aber sicherheitshalber als Double Feature mit dem Drama Flareup.

In Deutschland ist das Leinwandabenteuer nicht zu sehen, erst am 18. August 1988 zeigt der SWR unter dem Titel Immer Ärger Mit Den Mädchen  eine nachträglich synchronisierte TV-Fassung.

 

Handlung

Im Jahr 1927 kommt das Wanderunternehmen The Chautauqua  in die Kleinstadt Radford Center. Nita Bix und ihre Kinder bekommen Freikarten für die Veranstaltungen geschenkt, tief beeindruckt von dem Vortrag des Mr. Morality beendet Mrs. Bix daraufhin ihre Beziehung mit ihrem Chef, dem Ladenbesitzer Wilby.

Als dieser kurze Zeit später tot aufgefunden wird, bezichtigt der Sheriff ein Mitglied der Chautauqua des Mordes. Walter Hale, der Manager der Veranstaltung, findet jedoch heraus, dass Mrs. Bix ihren Liebhaber im Streit umgebracht hat und inszeniert das Geständnis als Teil der Show.

 

Stab

Lester Welch (Produzent), Peter Tweksbury (Regie), Arnold und Louis Payser (Drehbuch, nach dem Roman The Chautauqua  von Day Keene und Dwight Babcock), Billy Strange (Musik), Jacques Marquette (Kamera), George W. Brooks (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Walter Hale), Marlyn Mason (Charlene), Nicole Jaffe (Betty), Sheree North (Nita Bix), Edward Andrews (Johnny), John Carradine (Mr. Drewcolt), Vincent Price (Mr. Morality) und Dabney Coleman (Harrison Wilby). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Peter Kirchberger.

 

Produktion

Die Geschichte des Films begann bereits 1959, als MGM die Rechte an dem Roman The Chautauqua  von Day Keene und Dwight V. Babcock erwarb. Die Hauptrollen im gleichnamigen Film sollten von Glenn Ford und Elvis gespielt werden, doch weil sich die Fertigstellung des Drehbuches immer weiter verzögerte, stieg Ford im Sommer 1961 aus.

Nun rückte Elvis als erster Hauptdarsteller nach, doch als Mitte 1964 noch immer kein brauchbares Script vorlag, stand auch der King schließlich für das Projekt nicht mehr zur Verfügung. Dick van Dyke sollte nun den Part übernehmen, doch abermals verliefen die Arbeiten im Sande, so dass MGM die Rechte schließlich an Columbia verkaufte.

Der Film sollte nun Big America  heißen, doch auch das neue Studio scheiterte an dem Stoff und veräußerte die Rechte wenig später erneut an MGM. Jetzt sollte der Streifen wieder Chautauqua  genannt werden und Elvis Presley definitiv die Hauptrolle übernehmen.

Gedreht wurde auf dem MGM-Gelände in Culver City, die Arbeiten dauerten vom 29. Oktober bis zum 18. Dezember 1968. Mit The Trouble With Girls (And How To Get Into It)  erfüllte Elvis seinen Vertrag mit MGM aus dem Jahr 1966 und erhielt demnach eine Gage von 850.000 US-Dollar und eine Gewinnbeteiligung von 50%.

Obwohl Elvis als Hauptdarsteller angekündigt wurde, ist er über weite Strecken gar nicht auf der Leinwand zu sehen. Tatsächlich handelt es sich bei dem Film um ein Ensemble-Stück, bei dem Walter Hale (Elvis) zwar eine wichtige, aber keinesfalls die wichtigste Rolle spielt. Vielmehr ist er das Bindeglied zwischen den einzelnen Handlungssträngen und sorgt mit seinen Auftritten bei der Chautauqua-Show natürlich auch für die musikalische Unterhaltung.

So singt er mit Charlene (Marlyn Mason) das lustige Liedchen Signs Of The Zodiac  oder tritt im Rahmen eines Medleys mit dem Wiffenpoof Song  und der Ballade Violet  (die wie auch schon Love Me Tender  auf dem Traditional Aura Lee  basiert) auf. Als vollwertige Presley-Nummern würde ich allerdings nur den Gospel Swing Down, Sweet Charliot  und Clean Up You Own Backyard  ansehen. Abseits der Bühne singt Walter (Elvis) zwar auch noch die Ballade Almost, doch auch die ist relativ kurz.

In The Trouble With Girls (And How To Get Into It)  präsentierte sich Elvis in einem völlig neuen Look. Die Kotletten waren länger als jemals zuvor, zudem trug er zumeist einen weißen Anzug mit blauem Hemd und passender Krawatte.

Da es auch in der Kariere des Kings so manche Veränderung gegeben hatte, sprang MGM auf den Zug auf und kündigte den Film vollmundig als Elvis '69  an. Einen Aufbruch zu neuen filmischen Ufern stellte The Trouble With Girls (And How To Get Into It)  jedoch nicht dar.

Mit der Single In The Ghetto  und dem Album From Elvis In Memphis  hatte sich der King eindrucksvoll als Musiker zurückgemeldet und in Las Vegas einen neuen Zuschauerrekord aufgestellt. Als der Film in den US-Kinos anlief, hatte Elvis mit Hollywood längst abgeschlossen.

 

Soundtrack

Ich weiß nicht, ob es RCA Victor besonders eilig hatte oder MGM den Start-Termin des Films kurzfristig nach hinten verlegt hat. Es steht jedoch fest, dass Clean Up Your Own Backyard  satte drei Monate vor der Leinwandpremiere auf den Markt gebracht wurde und der Cross-Promotion-Effekt dadurch verpuffte.

Der Song Almost  fand sich später auf dem Budget-Album Let's Be Friends, die übrigen Titel wurden den Fans erst nach dem Tod des Kings zugänglich gemacht.

Über das Cover gelangen Sie zur Review der Single.

 

Home Entertainment

Zum 30sten Todestag bringt Warner Brothers im Jahr 2007 eine DVD-Serie mit allen MGM-Filmen des Kings auf den Markt.

In dieser Version ist der Film auch als Stream und Download erhältlich.

Über das Cover gelangen Sie auch hier zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Ein typischer Elvis-Film ist The Trouble With Girls (And How To Get Into It)  nicht. Zuweilen hat der Streifen sicherlich seine Längen, doch insgesamt halte ich ihn für durchaus sehenswert. Das musikalische Highlight ist ohne Frage Clean Up Your Own Backyard, einer der besten Movie-Tunes des Kings.