Stay Away, Joe

(Harte Faueste, Heisse Lieder)

Der erste Presley-Film des Jahres 1968 kommt im März in die Kinos und heißt Stay Away, Joe.

Mit einem Einspielergebnis von 1,5 Millionen US-Dollar landet der Streifen auf dem 65. Platz der Jahreshitliste von Variety.

In Deutschland ist der Film erstmals am 28. September 1989 im TV zu sehen und trägt den Titel Harte Fäuste, Heisse Lieder.

Handlung

Die in einem Reservat lebende Indianer-Familie Lightcloud darf an einem Regierungsprogramm teilnehmen und sich als Viehzüchter versuchen. Als dieser Umstand mit einer ausschweifenden Party gefeiert wird, schlachtet man statt einer Kuh versehentlich den Zuchtbullen.

Joe Lightcloud, der lebenslustige Sohn der Familie, organisiert daraufhin ein Ersatztier namens Dominic. Doch das zeigt sich an den weiblichen Rindern gänzlich uninteressiert und verbringt seine Tage lieber schlafend. Neben der missglückten Viehzucht sorgen allerdings auch die Damenwelt und seine eigene Familie für reichlich Verwirrung.

Schlussendlich klärt sich natürlich alles auf. Dominic ist ein Rodeo-Bulle und bringt Joe damit genügend Geld ein, die Viehzucht wieder aufnehmen zu können. Durch Joes viele Liebschaften kommt es am Ende des Films allerdings zu einer Massenschlägerei. Das Haus der Lightclouds wird zwar zerstört, aber die Keilerei war genau Joes Geschmack.

 

Stab

Douglas Laurence (Produzent), Peter Tewksbury (Regie), Michael A. Hoey (Drehbuch, nach dem Roman Stay Away, Joe von Dan Cushman), Jack Marshall (Musik), Fred Koenekamp (Kamera), George W. Brooks (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Joe Lightcloud), Burgess Meredith (Charlie Lightcloud), Joan Blondell (Glenda Callahan), Katy Jurado (Annie Lightcloud), Thomas Gomez (Großvater) und Henry Jones (Hy Slager). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Peter Kirchberger. 

 

Produktion

Im Vergleich zu den typischen Elvis-Filmen enthält Stay Away, Joe  nur wenig Musik. Während des Vorspanns ist der Song Stay Away  zu hören, der auf dem Traditional Greensleeves  basiert. Später singt Elvis auf einer Party noch Stay Away, Joe  und bedauert mit All I Needed Was The Rain  sich selbst und den lausigen Zustand seiner Unterkunft. Auch Goin' Home  war eigentlich für den Einsatz im Film vorgesehen, schaffte es schlussendlich aber nur als Bonus-Song auf die Soundtrack-LP Speedway. Und dann gibt es da noch Dominic, ein Lied für den gleichnamigen Bullen, der mit diesem Ständchen zur Paarung angeregt werden soll. Elvis war das Lied so peinlich, dass er sich eine Veröffentlichung außerhalb dieses Films verbat.

Der King erhielt für seinen Auftritt eine Gage von 850.000 US-Dollar sowie eine Gewinnbeteiligung von 50%. Gedreht wurde übrigens zwischen dem 17. Oktober und 29. November 1967 in Arizona (nahe der Stadt Sedona) und in den MGM Studios in Los Angeles, Kalifornien

Weil die typischen Presley-Musicals nicht mehr gefragt waren, beließ MGM bereits zuvor abgedrehte die Musik-Komödie Speedway  im Archiv und brachte zunächst Stay Away, Joe  in die Kinos.

Schlussendlich sollte Speedway  jedoch mehr als doppelt soviel einspielen wie der Western-Klamauk und zu Elvis' erfolgreichstem Leinwandabenteuer der letzten drei Jahre werden.

 

Soundtrack

Im Februar 1968 veröffentlicht RCA Victor die während des Vorspanns zu hörende Ballade Stay Away  auf einer Single. Das Publikum hat kein Interesse an dem Song, die B-Seite ist jedoch bei den Radio-DJs populär und verhilft Elvis zu einem Top30-Hit und einer Million verkauften Kopien.

Die übrigen Songs verteilt das Label auf diversen Budget-LPs der Tochterfirma CAMDEN. Weil sich der King seinerzeit die Veröffentlichung des Titels Dominic  verbat, geschah dies erst im Jahr 1995 im Rahmen der CD-Serie Elvis Double Features.

Im Jahre 2013 fasst das Sammler-Label Follow That Dream Records die Songs des Films auf einer separaten CD zusammen und ergänzt die Masters mit für uns Fans hochinteressanten Outtakes.

Mit einem Click auf die jeweiligen Cover gelangen Sie zu detaillierten Beschreibungen der beiden Schallplatten.

 

Home Entertainment

Zum 30sten Todestag des Kings veröffentlicht Warner Brothers den Film im Rahmen der Hollywood Collection  auf einer DVD. 

In dieser, digital restaurierten Fassung wurde der Streifen auch auf einem einzelnen Datenträger herausgebracht und ist als Stream oder Download erhältlich.

Über das Cover gelangen Sie auch hier zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Elvis sieht großartig aus, hat sichtbar Spaß und die Songs sind den üblichen Movie Tunes deutlich überlegen. Leider machen diese Zutaten noch keinen guten Film aus, denn Stay Away, Joe  gehört zu den langweiligsten Filmen, die ich bislang gesehen habe.