Harum Scarum

(Verschollen Im Harem)

Fünf Monate nach der Premiere von Tickle Me  lässt MGM im November 1965 Harum Scarum  anlaufen.

Mit einem US-Ergebnis von zwei Millionen Dollar landet der Film trotz des späten Starttermins noch auf Rang 40 der Jahreshitparade von Variety, in der wöchentlichen Auswertung schafft er es sogar auf Rang 11.

In Deutschland ist das Leinwandabenteuer ab dem 8. Juli 1966 zu sehen. Weltweit erwirtschaftet Harum Scarum  einen Gewinn von 3,1 Millionen US-Dollar.

Handlung

Nachdem der Schauspieler und Sänger Johnny Tyronne im Orient der Premiere seines Films Burning Sands  beigewohnt hat, wird er von dem finsteren Sinan entführt. Mittels der im Film gezeigten Karate-Künste soll Johnny den Herrscher von Lunarkand, König Toranshah, ausschalten.

Doch der smarte Mister Tyronne kann fliehen, deckt das von Prinz Sinan eingefädelte Mordkomplott auf und verliebt sich in die schöne Prinzessin Shalimar.

 

Stab

Sam Katzman (Produzent), Gene Nelson (Regie), Gerald Drayson Adams (Drehbuch), Fred Karger (Musik), Fred H. Jackman (Kamera), Ben Lewis (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Johnny Tyrone), Mary Ann Mobley (Prinzessin Shalimar), Fran Jeffries (Aishah), Michael Ansara (Prinz Dragna), Jay Novello (Zacha), Philip Reed (König Toranshah) und Theo Marcuse (Sinan). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Joachim Ansorge.

 

Produktion

Nicht nur für MGM und RCA Victor war Harum Scarum  lukrativ, auch Elvis selbst verdiente viel Geld. Im Dezember 1964 hatte er mit dem Studio einen Vertrag über drei Filme abgeschlossen, der ihm für jedes Leinwandabenteuer eine Gage von 750.000 US-Dollar und eine Gewinnbeteiligung von 40% garantierte.

Um dem hollywoodmüden Star die Unterschrift ein wenig zu erleichtern, zahlte MGM weitere 250.000 US-Dollar, die Elvis in wöchentlichen Raten von 1.000 US-Dollar erhielt. Neben diesem Film entstanden unter dem Arrangement auch die Streifen Spinout  (1966) und Double Trouble  (1967).

Das Gesamtbudget von Harum Scarum  betrug 1,5 Millionen US-Dollar, allerdings inklusive der üppigen Gage des Hauptdarstellers. Effektiv standen Sam Katzman und seinem Regisseur Gene Nelson also nur 500.000 US-Dollar zur Verfügung, was das Duo zu vielerlei Sparmaßnahmen zwang.

So griffen Katzman und Nelson vor allem auf bereits vorhandene Kulissen zurück, die Tempelanlage stammte gar von den Dreharbeiten des Stummfilms The King Of Kings  aus dem Jahre 1927. Auch Elvis' Dolch war bereits 1939 im Film Lady Of The Tropics  zum Einsatz gekommen, doch immerhin bekam der King neue Kostüme geschneidert. Viele andere Darsteller hatten nicht so viel Glück und wurden aus dem MGM-Fundus ausgestattet. Die meisten Kleidungsstücke waren über zwanzig Jahre alt und stammten von den Dreharbeiten des Films Kismet.

Die Arbeiten an Harum Scarum  dauerten vom 15. März bis zum 19. April 1965, gedreht wurde in den Studios in Culver City und auf der Iverson Ranch in Chatsworth.

Gemäß den Erinnerungen von Priscilla Presley hielt Elvis das Drehbuch für einen Witz, Johnny Thyronne (seine Rolle) für einen Deppen und die Songs für desaströs. Selbst Colonel Parker äußerte in einem Schreiben an MGM die Vermutung, dass nur ein 55ster Cousin von P.T. Barnum ein solches Machwerk an den Mann bringen könnte.

Aus kommerzieller Sicht irrte sich der Manager gewaltig, denn Harum Scarum  spielte mehr als das Doppelte seiner Produktionskosten ein und galt damit als Erfolg.

 

Soundtrack

Zeitgleich mit dem Start des Leinwandabenteuers veröffentlichte RCA Victor im November 1965 eine Soundtrack-LP. Die Scheibe verkaufte sich 2,5 Millionen Mal und wurde in den amerikanischen Billboard Charts zum Top10-Hit.

Über das Cover gelangen Sie zu einer detaillierten Beschreibung der Schallplatte.

 

Home Entertainment

Zum 30sten Todestag bringt Warner Brothers im Jahr 2007 eine DVD-Serie mit allen MGM-Filmen des Kings auf den Markt.

In dieser Version ist der Film auch als Stream und Download erhältlich.

Über das Cover gelangen Sie auch hier zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Trotz der großzügigen Bezahlung hinterlässt Elvis zumeist einen recht unmotivierten Eindruck und auch dem Film an sich ist die nachlässige, preisgünstige Produktionsweise anzusehen.