Kissin' Cousins

(Die Wilden Weiber Von Tennessee)

Nach einer Sneak-Preview am 21. Februar 1964 bringt MGM am 6. März die Musik-Komödie Kissin' Cousins  in die US-Kinos.

Mit einem Einspielergebnis von 2,8 Millionen US-Dollar in den USA und Kanada landet der Streifen auf dem 11. Platz der wöchentlichen Hitliste von Variety.

Zudem nominiert die Writers Guild Of America den Streifen in der Kategorie Best Written American Musical.

In Europa startet MGM übrigens zuerst den später gedrehten Film Viva Las Vegas, somit bekommen die deutschen Fans ihn erst im Oktober 1965 zu sehen.

Handlung

Die US-Army will auf dem Besitz des Tatum-Clans einen Raketenstützpunkt errichten. Und so wird Josh Morgan, ein entfernter Verwandter der Hillbilly-Familie, zur Überzeugung des Familienoberhaupts in die Smokey Mountains abkommandiert.

Dort trifft er auf seinen Cousin Jodie, der ihm wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Jodie kann Josh nicht ausstehen, aber seine Schwestern finden schnell Gefallen an dem neuen Familienmitglied. Zu allem Überfluss ist der Smokey Mountain auch die Heimat der Kittyhawks, einer männerhungrigen Bande schöner Mädchen.

 

Stab

Sam Katzman (Produzent), Gene Nelson (Regie), Gerald Drayson Adams und Gene Lelson (Drehbuch, nach einer Vorlage von Gerald Drayson Adams), Fred Karger (Musik), Ellis W. Carter (Kamera), Ben Lewis (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Josh Morgan und Jodie Tatum), Arthur O'Connell (Pappy Tatum), Glenda Farrell (Ma Tatum), Jack Albertson (Hauptmann Robert Salbo), Pamela Austin (Selena Tatum), Cynthia Pepper (Midge) und Yvonne Craig (Azalea Tatum). Die Synchronisation der Presley-Rolle (Jodie Tatum) übernahm Joachim Ansorge.

 

Produktion

Weil das Budget von Viva Las Vegas  deutlich überschritten worden war, engagierte man für dieses Filmprojekt den Produzenten Sam Katzman. In Hollywood war er als King Of The Quickies bekannt, denn niemand drehte so schnell und kostengünstig wie er.

Abzüglich der Gage des Kings standen für die Produktion lediglich $ 800.000 zur Verfügung, die Dreharbeiten fanden zwischen dem 14. Oktober und dem 8. November 1963 statt. Dabei arbeitete man vor allem in den MGM Studios in Culver City, die Außenaufnahmen entstanden am Big Bear Lake.

Zu den bekanntesten Nebendarstellern gehörte Arthur O' Connell, der zwei Jahre zuvor bereits in Follow That Dream  mitgewirkt hatte.

Elvis mochte die gehetzte Arbeitsweise nicht. Die Texte wurden auf Pappkarten geschrieben, ging ein Take durch, wurde er als gelungen angesehen.

Während der Dreharbeiten kam es zu zwei größeren Unfällen. Die Schauspielerin Glenda Farrell (Ma Tatum) stürzte und musste aufgrund ihrer Verletzungen eine Halskrause tragen. Elvis selbst geriet in Gefahr, als die Bremsen seines Wohnmobils versagten und er unkontrolliert die schmale Landstraße den Big Bear Mountain hinunter raste. Erst am Fuße des Berges brachte er das Mobile Home auf dem Highway 38 zum Stehen.

 

Soundtrack

RCA Victor veröffentlicht zunächst eine Single mit dem Titelsong des Films, später folgt das Album. Zusammengerechnet verkaufen sich die beiden Scheiben etwa fünf Millionen Mal.

Über die jeweiligen Cover gelangen Sie zu detaillierten Beschreibungen der beiden Schallplatten.

 

Home Entertainment

Zum 30sten Todestag des Kings veröffentlicht Warner Brothers den Film im Rahmen der Hollywood Collection  auf einer DVD.

In dieser, digital restaurierten Fassung wurde der Streifen auch auf einem einzelnen Datenträger herausgebracht und ist als Stream oder Download erhältlich.

Über das Cover gelangen Sie auch hier zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Obwohl man dem Film die billige Produktionsweise ansieht und auch der Soundtrack nicht zu den besten gehört, macht Kissin' Cousins  einfach Spaß. Elvis spielt seine Doppelrolle als dunkelhaariger Air-Force-Offizier Josh Morgan und blonder Hillbilly Jodie Tatum gekonnt und sein übertriebener Tennessee-Akzent sorgt immer wieder für Erheiterung. Niveauvoll ist das alles nicht, dafür aber extrem unterhaltsam.