Blue Hawaii

(Blaues Hawaii)

Etwa ein Jahr nach dem Mega-Hit G.I. Blues  bringt Paramount am 22. November 1961 das nächste Presley-Musical in die Kinos.

In der wöchentlichen Hitliste erreicht Blue Hawaii  den zweiten Platz, in der Jahresauswertung schafft es der Film mit einem Einspielergebnis von mehr als 5 Millionen US-Dollar auf Rang 14.

Auch künstlerisch gibt es Anerkennung, die Writers Guild Of America nominiert den Film in der Kategorie Best Written American Musical  für einen Laurel Award.

In Deutschland ist das Leinwandabenteuer ab dem 21. April 1962 in den Kinos zu sehen.

Handlung

Als Chad Gates nach der Ableistung seines Militärdienstes auf die Hawaii-Inseln zurückkehrt soll er in das Ananas-Geschäft seines Vaters einsteigen. Doch Chad zieht es vor, zusammen mit seiner Freundin Maile als Reiseführer zu arbeiten.

 

Stab

Hal B. Wallis (Produzent), Norman Taurog (Regie), Hal Kanter (Drehbuch), Joseph J. Lilley (Musik), Charles Lang (Kamera), Terry O. Morse (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Chad Gates), Joan Blackman (Maile Duval), Angela Lansbury (Sarah Lee Geates), Nacy Walters (Abigail Prentice), Roland Winters (Fred Gates). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Claus Wilcke.

 

Produktion

Ursprünglich hatte Elvis bereits im Jahre 1956 bei Paramount für sieben Filme unterschrieben. Weil Colonel Parker die Gage seines Klienten aber extrem gering angesetzt hatte, kam es in den Jahren 1957 und 1958 zu Nachverhandlungen und auch 1961 konnte der Manager einen überarbeiteten Vertrag mit Hal B. Wallis erwirken.

Gemäß dieser Vereinbarung sollte der King nun fünf Filme für Paramount drehen, von denen die ersten drei mit 175.000 US-Dollar, die letzten beiden mit 200.000 US-Dollar vergütet wurden. Für den letzten Streifen erhielten Elvis und der Colonel zudem einen Bonus von 90.000 US-Dollar, der jeweils zur Hälfte an die beiden Parteien ausgezahlt wurde. Neben Blue Hawaii  entstanden unter diesem Arrangement die Filme Girls! Girls! Girls!  (1962), Fun In Acapulco  (1963), Roustabout  (1964) und Paradise, Hawaiian Style  (1966).

Doch trotz aller Revisionen blieb der Vertrag für Elvis nachteilig. Andere Studios, wie etwa MGM oder United Artists, zahlten ihm inzwischen 500.000 bis 750.000 US-Dollar und garantierten obendrein noch eine Beteiligung am Gewinn.

Im Januar 1961 wandte sich Hal B. Wallis schriftlich an Colonel Parker, um seinen Sorgen um Elvis' Erscheinungsbild Ausdruck zu verleihen. Er bat den Manager, er möge sicherstellen, dass der King sein Gewicht unter Kontrolle habe und gut gebräunt am Set erscheine.

Am 20. März fanden in Los Angeles Musikproben statt, die Aufnahme des Soundtracks erfolgte zwischen dem 21. und 23. März. Zwei Tage später traf der King schließlich auf Hawaii ein, um ein Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten der Stiftung zur Errichtung des USS Arizona Memorial abzuhalten.

Die Dreharbeiten begannen am 27. März und dauerten bis zum 17. April. Gefilmt wurde unter anderem auf dem Areal des Polynesian Cultural Center, an der Coconut Coast und im Hanauma Bay Beach Park. Zwischen dem 20. April und dem 25. Mai arbeitete man außerdem im Paramount Studio in Los Angeles, Kalifornien.

Ursprünglich hätte der Part von Elvis' Leading Lady an Juliet Prowse gehen sollen, die zum damaligen Zeitpunkt bei 20th Century Fox unter Vertrag stand. Allerdings verlangte die Schauspielerin elf Tage vor Drehbeginn plötzlich, auch ihren Stylisten und ihre Assistentin nach Hawaii mitnehmen zu dürfen und forderte außerdem Änderungen in den Stabsangaben im Abspann des Films.

Da sie von ihren Vorstellungen nicht abrückte, engagierte Paramount kurzfristig Joan Blackman für die Rolle der Maile Duval, was Juliet Prowse eine Beurlaubung bei 20th Century Fox einbrachte. Da das Filmstudio ihr in dieser Zeit keine Gage zahlte, sie aufgrund ihrer Vertragsbindung aber auch keine Rollen bei der Konkurrenz annehmen durfte, kam dieses Prozedere faktisch einem Arbeitsverbot gleich.

Hal B. Wallis und Paramount verzichteten bei Blue Hawaii  auf jegliche Experimente und präsentierten Elvis einmal mehr in einem anspruchslosen Musical. Hatte man die Kinozuschauer mit G.I. Blues  in das ferne Deutschland entführt, so standen nun die Hawaii-Inseln auf dem Programm.

Ebenso wie Tulsa McLean ist auch Chad Gates ein netter Kerl ohne Ecken und Kanten, der in jeder beliebigen Situation ein Lied schmettern kann, ohne dass dafür ein logischer Zusammenhang oder die Anwesenheit von Musikern erforderlich wäre.

 

Soundtrack

Mit mehr als 10 Millionen verkauften Kopien stellt das Soundtrack-Album die erfolgreichste LP-Veröffentlichung des Kings dar und auch die Single Can't Help Falling In Love / Rock-A-Hula Baby  gehört zu den Mega-Sellern im Presley-Katalog.

Über die jeweiligen Cover gelangen Sie zu detaillierten Beschreibungen der beiden Schallplatten.

 

Home Entertainment

Zum 30sten Todestag des Kings veröffentlicht Paramount den Film im Rahmen der Elvis - 8 Movies Collection  auf einer DVD.

In dieser, digital restaurierten Fassung wurde der Streifen auch auf einem einzelnen Datenträger herausgebracht und ist als Stream oder Download erhältlich.

Über das Cover gelangen Sie auch hier zu einer Review.

 

Sammler-Box

Im Jahr 2009 bringt der dänische Fan-Club ElvisUnlimited eine limitierte Box auf den Markt, die sich umfassend dem Blue Hawaii-Projekt widmet.

Auch hier gelangen Sie über das Cover zu einer näheren Beschreibung der Veröffentlichung. 

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Mit der exotischen Kulisse und 14 (!) Gesangseinlagen perfektionierte Hal B. Wallis das Konzept von G.I. Blues  und lieferte dem Publikum 102 Minuten perfekt gemachte, leichtgewichtige Unterhaltung.