Flaming Star

(Flammender Stern)

Nur vier Wochen nach der Premiere von G.I. Blues  bringt auch 20th Century Fox einen Film mit Elvis Presley in die Kinos und lässt am 20. Dezember 1960 den Western Flaming Star  anlaufen.

Mit einem US-Ergebnis von zwei Millionen Dollar landet der Streifen auf der Hitliste von Variety auf Rang 12 und liegt damit satte 10 Plätze hinter der Konkurrenz.

In Deutschland ist der Western zum ersten Mal am 17. März 1961 in den Kinos zu sehen.

Anno 2016 wurde dem King posthum von den Reel Cowboys für seine Western-Filme Love Me Tender, Flaming Star  und Charro!  der Silver Spur Award verliehen.

 

Handlung

Als sich die Kiowa-Indiana unter der Führung ihres neuen Häuptlings Büffelhorn an den weißen Siedlern für den Raub ihres Landes rächen, gerät Pacer Burton, Sohn des weißen Farmers Sam und seiner indianischen Frau Neddy, zwischen die Fronten. Die Dorfgemeinschaft misstraut ihm zusehends, doch auch von Büffelhorn will sich Pacer nicht rekrutieren lassen.

 

Stab

David Weisbart (Produzent), Don Siegel (Regie), Nunnally Johnson und Clair Huffaker (Drehbuch, nach dem Roman Flaming Lance von Clair Huffaker), Cyril J. Mockridge (Musik), Charles G. Clarke (Kamera), Hugh S. Fowler (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Pacer Burton), Steve Forrest (Clint Burton), Barbara Eden (Roslyn Pierce), Dolores del Rio (Neddy Burton), John McIntire (Sam Burton) und Rodolfo Acosta (Häuptling Büffelhorn). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Rainer Brandt.

 

Produktion

Bereits 1958 hatte 20th Century Fox die Rechte an dem Roman Flaming Lance  erworben und plante eine Verfilmung mit Marlon Brando und Frank Sinatra in den Rollen der Brüder Pacer und Clint Burton.

Als die Verhandlungen im Sande verliefen, schwenkte man auf Montgomery Clift und Rock Hudson um, doch auch mit diesen beiden Herren kam kein Vertrag zustande. Schlussendlich wurde der deutlich weniger bekannte Steve Forrest für die Rolle des Clint Burton verpflichtet, während die Figur des Pacer zunächst unbesetzt blieb.

Auch die Fertigstellung des Drehbuches verzögerte die Produktion, denn entgegen allen Planungen benötigten Clair Huffaker (der Autor des Romans) und Nunnally Johnson dreißig Wochen für das endgültige Script.

Bei der Suche nach einem kommerziell zugkräftigen Hauptdarsteller besann man sich bei 20th Century Fox auf die im Rahmen der Produktion des Spielfilms Love Me Tender  (1956) ausgehandelte Option, Elvis Presley in zwei weiteren Film-Projekten einsetzen zu dürfen.

Ursprünglich waren Gagen von $ 150.000 für den ersten und  $ 200.000 für den zweiten Film vorgesehen gewesen, doch Colonel Parker hatte im Jahre 1958 erneut mit dem Studio verhandelt und eine Erhöhung um jeweils $ 50.000 herausgeschlagen.

Elvis selbst zeigte sich von dem Western-Projekt sehr angetan, entsprach ein solcher Film doch viel mehr seinen Vorstellungen als das leichtgewichtige Musical G.I. Blues.

Gedreht wurde vom 16. August bis zum 4. Oktober 1960 in den Städten Delle, Lonerock und Thousand Oaks sowie auf der Janss Conejo Ranch und im Skull Valley. Die übrigen Aufnahmen entstanden auf dem Studiogelände von 20th Century Fox in Hollywood.

Auch wenn Elvis auf dem Plakat als unangefochtener Hauptdarsteller präsentiert wird, handelt es sich tatsächlich um einen Ensemble-Film. Wirklich handlungsbestimmend ist die Figur des Pacer Burton nicht.

Das Budget der Produktion lag übrigens bei 1,7 Millionen US-Dollar.

Neben dem Titelsong wurden auch die Lieder A Cane And High Starched Collar, Britches  und Summer Kisses, Winter Tears  gefilmt. Schlussendlich schnitt man aber die beiden letztgenannten Songs wieder heraus, da bei den entsprechenden Szenen während einer Testvorführung teilweise Gelächter ausgebrochen war.

 

Soundtrack

Einen echten Soundtrack veröffentlichte RCA Victor nicht.

Die Lieder Flaming Star  und Summer Kisses, Winter Tears  fanden sich aber Anfang 1961 auf der EP Elvis By Request, A Cane And High Starched Collar  wurde 1976 auf dem Album Elvis - A Legendary Performer - Volume 2  herausgebracht und Britches  erschien 1978 posthum auf der LP Elvis - A Legendary Performer - Volume 3.

Ein vollständiger Soundtrack wurde erst 2014 durch das Sammler-Label Follow That Dream Records veröffentlicht.

Über die jeweiligen Cover gelangen Sie zu detaillierten Beschreibungen der beiden Schallplatten.

 

Home Entertainment

Anno 2012 bringt 20th Century Fox eine DVD-Serie mit allen Filmen auf den Markt, die der King seinerzeit für das eigene Studio und die inzwischen übernommenen Firmen Mirisch und United Artists gedreht hat.

In den USA und Europa ist auch eine HD-Fassung im BluRay-Format erschienen. Hier ist allerdings keine deutsche Tonspur verfügbar.

Über das Cover gelangen Sie auch hier zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

Der Western Flaming Star  zählt nicht zu den Klassikern seines Genres und wirklich gute Schauspieler hätten wohl auch mehr aus der Rolle des Pacer Burton herausgeholt. Ohne Frage handelt es sich aber um einen solide gemachten Film, in dem sich auch Elvis durchaus wacker schlägt.