G.I. Blues

(Cafe' Europa)

Nach einer Sneak-Preview am 18. August 1960 in Dallas, Texas und der Vorführung in mehreren Armee-Stützpunkten feiert G.I. Blues  am 15. November 1960 seine offizielle Premiere.

Allein während des auslaufenden Jahres spielt der Film 4,3 Millionen US-Dollar ein und platziert sich damit auf Rang 2 der wöchentlichen Hitliste von Variety.

In Deutschland ist der Streifen ab dem 23. Dezember 1960 in den Kinos zu sehen.

Die Drehbuchautoren Edmund Beloin und Henry Garson werden zudem von der Writers Guild Of America in der Kategorie Best Written American Musical  nominiert.

Handlung

Der singende US-Soldat Tulsa McLean ist in Deutschland stationiert und möchte nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten einen Nachtclub eröffnen. Das Startkapital will er sich durch den Gewinn einer Wette verdienen, nach der er eine Nacht allein mit der unnahbaren Tänzerin Lili verbringen muss. Doch dann kommt Liebe ins Spiel und bringt Tulsas Pläne durcheinander.

 

Stab

Hal B. Wallis (Produzent), Norman Taurog (Regie), Edmund Beloin und Henry Garson (Drehbuch), Joseph J. Lilley (Musik), Loyal Griggs (Kamera), Warren Low (Schnitt).

 

Besetzung

Elvis Presley (Tulsa McLean), Juliet Prowse (Lili), Robert Ivers (Cookie), James Douglas (Rick), Leticia Roman (Tina), Sigrid Maier (Marla), Arch Johnson (Sgt. McGraw) und Mickey Knox (Jeeter). Die Synchronisation der Presley-Rolle übernahm Rainer Brandt. 

 

Produktion

Um den Film möglichst schnell nach Elvis' Rückkehr vom Armee-Dienst veröffentlichen zu können, fanden die ersten Dreharbeiten bereits im August 1959 statt. Der Produzent Hal B. Wallis reiste mit einer 40köpfigen Crew nach Deutschland und nahm einige Szenen in Friedberg, Wiesbaden und Idstein am Rhein auf. Die US-Army unterstützte den Film und stellte Fahrzeuge und Statisten zur Verfügung. In den aus größerer Entfernung gefilmten Szenen sprang ein Double für den King ein,

Elvis selbst trat erst nach seiner Rückkehr in die USA in Hollywood, Kalifornien in Aktion. Gedreht wurde zwischen dem 2. Mai und 30. Juni 1960, in einigen Szenen agierten die Schauspieler vor einer Leinwand, auf die man die in Deutschland entstandenen Landschaftsaufnahmen projizierte.

Elvis vollzog mit G.I. Blues  einen vollständigen Image-Wechsel. Bis dato hatte er in musikalischen Dramen gespielt, seine Figuren besaßen Ecken und Kanten und hatten zumeist einen rebellischen Unterton. Der Soldat Tulsa McLean hingegen scheint größere Probleme nicht zu kennen, ist stets gesellig, freundlich und hilfsbereit. In einer Szene des Films hilft er in einem Kasperletheater aus und singt den Kindern Muss I Denn, Muss I Denn Zum Städtele Hinaus  vor, in einer anderen tritt er als Babysitter in Aktion. Dass Tulsa immer korrekt gekleidet und frisiert ist, versteht sich von selbst.

Die zweite wesentliche Änderung betraf die Präsentation der Musiknummern. Hatte man diese zuvor stets auf einer Bühne stattfinden lassen oder Elvis zumindest mit musizierenden Mitstreitern umgeben, so ertönte das Playback nun auch schon mal aus dem Nichts und bot dem Star somit Gelegenheit, sich immer und überall ohne jeden logischen Zusammenhang für eine Gesangseinlage in Positur zu werfen.

Gemäß dem im Oktober 1958 nachverhandelten Vertrag mit Paramount bekam Elvis für G.I. Blues  eine Gage von 125.000 US-Dollar, zudem wurde er mit 7,5% am Gewinn beteiligt. Desweiteren hatte Colonel Parker dem Studio Optionen auf zwei weitere Elvis-Projekte für Gagen von 150.000 bzw. 175.000 US-Dollar zugesagt. Schlussendlich sollte aber auch dieses Arrangement wieder revidiert und im Januar 1961 ein weiterer Vertrag mit Paramount unterzeichnet werden.

 

Soundtrack

Das Soundtrack-Album wird zum internationalen Hit und avanciert zum bis dato bestverkauften Longplayer des Kings. Als Nachtrag ist Wooden Heart  in späteren Jahren auf den B-Seiten der Singles Blue Christmas  (1964) und Puppet On A String  (1965) zu finden.

Insgesamt verkaufen sich die Tonträger fast neun Millionen Mal.

Über die jeweiligen Cover gelangen Sie zu detaillierten Beschreibungen der Schallplatten.

 

Home Entertainment

Zum 30sten Todestag des Kings veröffentlicht Paramount den Film im Rahmen der Elvis - 8 Movies Collection  auf einer DVD.

In dieser, digital restaurierten Fassung wurde der Streifen auch auf einem einzelnen Datenträger herausgebracht und ist als Stream oder Download erhältlich.

Über das Cover gelangen Sie auch hier zu einer Review.

 

Trailer

 

Fazit & Bewertung

G.I. Blues  bietet leichtgewichtige, aber eben auch perfekt gemachte Unterhaltung. Der Wechsel ins Komödienfach und das konservativere Auftreten erschlossen dem King eine völlig neue Zielgruppe, die größer und auch zahlungskräftiger war, als das angestammte Teeny-Publikum.