Vollzeit-Filmstar

1964
Elvis beginnt das neue Arbeitsjahr am 12. Januar mit Schallplattenaufnahmen in Nashville. Es sollten mehr als zwei Jahre vergehen, ehe er wieder Lieder abseits des Filmgeschäfts einspielen würde.

Colonel Parker kauft unterdessen im Namen seines Klienten für $ 55.000 die Yacht Potomac. Das Schiff gehörte seinerzeit dem Präsidenten Franklin D. Roosevelt und soll nun medienwirksam der Wohltätigkeitsorganisation March Of Dimes übergeben werden. Als diese das Geschenk dankend ablehnt, sucht Parker verzweifelt nach einem neuen Abnehmer. Am 14. Februar nimmt schließlich das St. Jude's Hospital das Schiff entgegen. Weil der Zustand des Geschenks nicht der allerbeste ist, lässt Parker selbiges kurz vor der Präsentation streichen - allerdings nur auf der für die Presse sichtbaren Seite.

Ebenfalls im Februar veröffentlicht RCA die Single Kissin' Cousins / It Hurt's Me. Zwar erreicht die Scheibe nur den 12. Platz der Hitparade, die Verkaufszahlen von 700.000 Stück entsprechen jedoch denen des Vorgängers.

Am 26. April tritt Elvis die Arbeiten am Film Roustabout  an, die bis zum 20. Mai andauern. Der Produzent Hal Wallis hatte im Vorfeld Kritik am allgemeinen Erscheinungsbild des Sängers geübt, das in seinen Augen nicht zum Rocker-Image passt, das der Film transportieren soll.

Am 30. des Monats trifft der King auf den Friseur Larry Geller. Die beiden Männer diskutieren angeregt über religiöse und spirituelle Fragen und schließen rasch Freundschaft. Schon bald wird Larry zum persönlichen Hairdresser des Sängers und ein fester Bestandteil seiner Gefolgschaft. Als solcher versorgt er Elvis regelmäßig mit Büchern aus den Bereichen Religion, Spiritismus und New Age.

RCA überflutet derweil den Markt mit Tonträgern. Allein im April erscheinen neben dem Soundtrack-Album zum aktuellen Spielfilm Kissin' Cousins  auch eine Single zum darauf folgenden Leinwandabenteuer Viva Las Vegas sowie eine weitere 45er mit Liedern von der LP Pot Luck With Elvis  aus dem Jahr 1962. Die Verkäufe der Film-LP entsprechen denen der Vorgänger, mit nur 500.000 Kopien stellt die Kopplung Viva Las Vegas / What'd I Say  jedoch die bislang schlechtest verkaufte Single mit neuen Presley-Songs dar.

Bei Kiss Me Quick / Suspicion   handelt es sich um RCAs Antwort auf die Veröffentlichung des letztgenannten Liedes durch Terry Stafford. Doch während seine Cover-Version den dritten Platz der Billboard-Charts erreicht, landet das Original abgeschlagen auf Rang 34.

Bereits im Mai bringt die Schallplattenfirma eine weitere Veröffentlichung des Kings auf den Markt, diesmal handelt es sich um die Soundtrack-EP zum Film Viva Las Vegas. Die Scheibe muss sich mit dem 92. Platz in der Single-Hitparade zufriedengeben und geht lediglich 150.000 Mal über die Ladentheken.

Am 9. Juni, keine vier Wochen nach dem Ende der Dreharbeiten zu Roustabout, läutet ein Meeting bei MGM die Produktion des nächsten Films ein. Das Projekt heißt Girl Happy  und endet am 3. August, wobei das Studio Elvis jedoch erst neun Tage später offiziell entlässt.

Im Gegensatz zur gleichnamigen EP findet der Spielfilm Viva Las Vegas großen Anklang. Kommerziell übertrifft er nicht nur den Beatles-Streifen A Hard Day's Night, sondern wird auch zum erfolgreichsten Leinwandabenteuer des Kings.

RCA versucht unterdessen erneut vom Erfolg eines anderen Künstlers zu profitieren. Da Conway Twitty gerade mit Such A Night  erfolgreich ist, wirft das Label Elvis' Aufnahme aus dem Jahr 1960 auf den Markt und koppelt sie mit Never Ending, einem Überbleibsel der Sessions vom Mai 1963. Überraschenderweise landet der King mit dem alten Hut einen Top20-Hit und verkauft immerhin 300.000 Kopien.

Zur gleichen Zeit versucht der Colonel, seinen Klienten wieder auf Kurs zu bringen. Larry Geller empfindet er als schlechten Umgang für Elvis und beschuldigt ihn, auf einem religiösen Trip zu sein. Nichtsdestotrotz hält er sowohl an Geller, als auch an seinen Studien fest.

Ende August schließt Parker einen Vertrag mit Allied Artists. Für eine Gage von $ 750.000 und 50% des um diese Summe bereinigten Reingewinns wird sein Klient den Film Isle Of Paradise  drehen. Aufgrund der finanziellen Schieflage des Studios wird auf die Aufnahme eines eigenständigen Soundtracks verzichtet und stattdessen auf bereits bekannte Presley-Songs zurückgegriffen. Die Arbeiten beginnen am 6. Oktober und enden am 24. November.

Mit Ain't That Loving You Baby / Ask Me  verbindet RCA im September einen unveröffentlichten Song aus dem Jahr 1958 mit einer aktuellen Aufnahme vom Januar 1964. Beide Lieder erreichen die Top20, in der Erstauswertung verkauft sich die Single 700.000 Mal. Der im Oktober ausgelieferte Roustabout-Soundtrack wird gar zum Nummer 1-Hit und läuft mit 450.000 Einheiten signifikant besser als die letzten drei Alben mit Filmschlagern.

Im November startet auch das zugehörige Kino-Musical und wird von Variety auf dem achten Platz der wöchentlichen Hitparade notiert. RCA wirft im selben Monat die Single Blue Christmas / Wooden Heart  auf den Markt und beschert dem King damit einen Nummer 1-Hit in der Christmas-Chart von Billboard.

Kurz vor Weihnachten schließt Colonel Parker zwei weitere Filmverträge für seinen Klienten ab. United Artists verpflichtet den King für zwei Projekte und zahlt ihm dafür insgesamt 1,3 Millionen US-Dollar. MGM will mit Elvis drei Filme drehen, die mit jeweils $ 750.000 und 40% des um diese Summe bereinigten Gewinns vergütet werden. Außerdem bewilligt das Studio einen Bonus von $ 250.000, der in wöchentlichen Raten von $ 1.000 gezahlt wird.

Insgesamt hat Elvis im abgelaufenen Jahr $ 1.508.000 aus dem Film- und $ 506.000 aus dem Musikgeschäft eingenommen. In der Liste der Großverdiener in Hollywood belegt er Rang 6.