Vorsichtige Schritte in eine neue Richtung

1966
Zwar wurde unter dem aktuellen Vertrag über drei Filme erst ein Projekt realisiert, dennoch bietet MGM dem King einen Kontrakt über vier weitere Leinwandabenteuer an. Insgesamt bekommt Elvis dafür 3,4 Millionen US-Dollar sowie 50% der um diese Summe bereinigten Gewinne.

In der Presse kursieren unterdessen Gerüchte, Parker wolle seinen Vertrag mit Elvis verkaufen. Wie üblich werden Geschichten dieser Art weder von dem Colonel, noch vom King kommentiert.

Letzterer mietet ab Februar eine neue Residenz am Rocca Place in Bel Air und beginnt am 11. des Monats die Arbeiten am Film Spinout.

Angespornt vom Erfolg der Oster-Single aus dem Vorjahr veröffentlicht RCA unterdessen gleich zwei 45er mit religiösen Songs von der LP His Hand In Mine. Die Nachfrage ist jedoch extrem gering und weder Joshua Fit The Battle / Known Only To Him, noch Milky White Way / Swing Down Sweet Chariot  kann sich in den Billboard Charts platzieren.

Bereits im März folgen die nächsten beiden Presley-Schallplatten. Im Zusammenhang mit dem Kinostart von Frankie And Johnny  bringt RCA das gleichnamige Soundtrack-Album sowie eine Single mit dem Titelsong und der Ballade Please Don't Stop Loving Me auf den Markt. Mit einem 20. Platz in den Billboard Charts und 250.000 verkauften Einheiten stellt die LP einen neuen Tiefpunkt in der Karriere des Kings dar und auch die Single kann mit 400.000 Kopien und Rang 25 nicht gerade als Erfolg gewertet werden.

Der Film selbst bleibt ebenfalls hinter den vorangegangenen Leinwandabenteuern des Sängers zurück. In der jährlichen Box Office Survey landet er auf Rang 48 und spielt in den USA und Kanada etwa 2 Millionen US-Dollar ein. Da Elvis in den Augen seines Managers zu stark zugenommen hat, werden nur alte oder retuschierte Fotos für die Werbekampagne eingesetzt.

Am 25. Mai trifft Elvis für Schallplattenaufnahmen in Nashville ein. Es ist das erste Mal seit Januar 1964, dass er etwas anderes als Filmschlager aufnehmen will. Produziert wird die Session von Felton Jarvis, einem erfahrenen R&B-Producer und langjährigen Bewunderer des Kings. Am 12. Juni kehrt Elvis zurück und spielt drei weitere Songs für künftige Single-Veröffentlichungen ein.

Mit der Kopplung Come What May / Love Letters  greift RCA sofort auf die neuen Aufnahmen zurück, auch diese Single kommt allerdings über die Top20 und 400.000 verkaufte Kopien nicht hinaus. Der ebenfalls im Juni herausgebrachte Soundtrack zum Film Paradise, Hawaiian Style  platziert sich in den Billboard Charts auf Rang 15. Doch obwohl er damit fünf Plätze über dem Vorgänger rangiert, liegen die Verkäufe 25.000 Einheiten darunter.

Der am 6. Juli landesweit gestartete Spielfilm generiert etwa 2,5 Millionen US-Dollar und landet in der Jahresliste von Variety auf dem 40. Platz. Abermals greift Colonel Parker hauptsächlich auf älteres Bildmaterial zurück, weil sein Klient ihm zu korpulent erscheint.

Während die Paramount-Produktion in den Kinos läuft, arbeitet Elvis schon an seinem nächsten Leinwandeinsatz für MGM. Vom 27. Juni bis zum 2. September ist er mit der Aufnahme des Soundtracks und den Dreharbeiten für Spinout  beschäftigt. Er hat nun wieder ein wenig abgenommen und wirkt insgesamt motivierter.

Am 16. August unterzeichnet der Colonel in Elvis' Namen einen weiteren Vertrag mit RCA. Das Label möchte den Katalog des Kings künftig auch auf den neu eingeführten 8-Track-Kassetten vermarkten und zahlt ihm dafür Vorschuss-Tantiemen in Höhe von $ 100.000. Zwei Wochen später nimmt die Schallplattenfirma vorzeitig ihr Optionsrecht wahr und verlängert den Kontrakt mit Elvis bis ins Jahr 1974.

Bereits im Frühjahr hatte Parker mit Hal B. Wallis einen Vertrag über einen weiteren Film seines Klienten für Paramount ausgehandelt. Elvis bekommt eine Gage von $ 500.000 sowie eine 20%ige Gewinnbeteiligung. In Anbetracht des Erscheinungsbilds des Sängers in den Filmen Frankie And Johnny  und Paradise, Hawaiian Style  schreibt Wallis ein paar Wochen vor Drehbeginn einen Brief an Parker, indem er seiner Unzufriedenheit Ausdruck verleiht. Die Arbeiten an dem Projekt selbst laufen vom 27. September bis zum 7. November.

RCA bringt am 13. September die Single Spinout / All That I Am  auf den Markt. Wieder liegen die Verkäufe bei 400.000 Stück, die Notierung der A-Seite auf Rang 40 stellt allerdings einen neuen Tiefpunkt in der Karriere des Kings dar. Das im Oktober ausgelieferte Album Spinout  liegt mit 300.00 Verkäufen und einem 18. Platz in den Billboard Charts allerdings über dem Niveau der Vorgänger. Der Film selbst spielt lediglich 1,77 Millionen US-Dollar ein und wird in der Jahresliste auf Rang 57 gesetzt.

In der Hoffnung auf ein lukratives Weihnachtsgeschäft  veröffentlicht RCA im November die Kopplung If Every Day Was Like Christmas / How Would You Like To Be. Der Erfolg bleibt allerdings aus, die Scheibe wird lediglich 200.000 Mal nachgefragt.

Privat gibt es im Dezember einige Veränderungen bei den Presleys. Elvis verlobt sich nun offiziell mit Priscilla, zudem entwickelt das Paar ein großes Interesse am Reitsport und kauft mehrere Pferde.

Obwohl Elvis' Zugkraft an der Kinokasse merklich nachgelassen hat, nimmt er aus seinen Filmverträgen 2,5 Millionen US-Dollar ein und steht damit in der Hitliste der bestbezahlten Hollywood-Stars auf Rang 10. Aus dem Musikgeschäft kommen $ 644.000 zusammen. Finanziell geht es dem King besser denn je.